Eine alternative

Interpretation der

GENESIS

Kapitel 1 bis 3

 

Adam nannte seine Frau Eva

 

oder Adam's Geist & Eva's Körper

 

 

Einleitung


 

Website neu. Im Anfang ... 03.04.2022 

Letzte Bearbeitung

12. November 2022

 

Layout 2-spaltig, daher für Smart-Phones wenig geeignet.

 

 

 

*1 Bibelzitate: Immer aus der Einheitsübersetzung 1980.

© Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart.

Lizenz: Verlag Herder,

Freiburg im Breisgau.

 

*2 Am Beginn von Genesis 4  heißt es: Adam erkannte Eva, seine Frau: ... Dies ist keine überzeugende Fortführung von Genesis 1 bis 3. Die Widersprüche in folgenden Texten sind zu eklatant.

 

 

 

 

*3 Ab hier wird es fast nur noch Genesis heißen. Es sind aber nur die ersten 3 Kapitel von insgesamt 50 gemeint.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*4 Siehe ANHÄNGE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*5 Tora, hebr. heißt Lehre,

Unterweisung.

*5 Genesis, gr. heißt Ursprung, Geburt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 * 6 Die jüngere Gen. 1 steht vor der älteren Gen. 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*7 Siehe ANHÄNGE, Tabelle:

Menschen und Namen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*10 Ich und Du. S.18

 

   Wahrscheinlich rufen Sie diese Website auf, weil Sie Fragen zu den Namen Adam oder Eva haben. Oder sie suchen nach einer Erklärung zu einem Sachverhalt, der Ihnen in den ersten drei Kapiteln der Genesis nicht überzeugend dargestellt wird.
   Sie dürften überrascht sein von der Menge an Widersprüchen, die auftauchen, wenn Sie diesen Text weiter verfolgen.Aber genau dies war der Grund des Betreibers der Website (Siehe weiter unten), nachvoll-ziehbare Interpretationen für diese oft nur scheinbaren Widersprüche zu finden. Die Verse der Genesis, deren "Sprache", auf Bildern basiert, lässt immer mehrere Deutungen zu.

   Auf der jeweiligen Unterseite eines Kapitels wird Ihnen deshalb neben dem Originaltext*1 eine Deutung des Inhaltes angeboten. Diese Deutung steht im krassen Widerspruch zu den Kreationisten. In der vorliegenden Form ist diese Interpretation wohl ein Unikat.
   Die Titelgebung dieser Webseite entspringt dem ersten Teil vom 20. Vers in Genesis 3, der in Gänze lautet: „Adam nannte seine Frau Eva, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.“ Es ist der einzige Satz an dem beide Namen in Genesis 1 bis 3 zusammenstehen.*2 Ist man nicht sehr vertraut mit den Versen, denkt man unwillkürlich, der Name Eva müsste von Gott gegeben sein. Dem ist nicht so. Auch der Name Adam kommt im ersten Kapitel nicht vor. Er fällt erst im letzten Vers 25 von Genesis 2. Nachdem nun Adam seine Frau Eva genannt hatte, heißt es in den letzten vier Versen der Genesis 3 nur noch einmal Adam und seine Frau [22]. In den letzten zwei Versen wird jeweils nur ein singulärer Mensch erwähnt! Diese Ungereimtheiten müssen doch Fragen aufwerfen? Doch es gibt viele weitere Beispiele die nach Erklärungen drängen.
   Aus dem Titel der Website, jetzt dem ganzen Vers 20, lässt sich der gesamte Inhalt aller Verse der Genesis *3, in einen überzeugenden Zusammenhang stellen, der auf den jeweiligen Unterseiten interpretiert wird. In der dreiteiligen Erzählung wird dann eine Vorstellung über das ganzheitliche Individuum Mensch sichtbar. Dies geht folgendermaßen vonstatten: Der Mensch (hebr. Adam) wird in Genesis 1 mit einer zu erweckenden Psyche ausgestattet. In Genesis 2 wird ein Vorgang geschildert, der von der Zeugung bis zur Geburt dauert. In dem genannten „tiefen Schlaf“ (Gen. 2,21), wird die Psyche in den sich entwickelnden, schlafenden Körper (Eva, hebr. Leben) eingesenkt. In Genesis 3 hat der menschliche Körper (Symbol: Eva) die Zeit der Pubertät erreicht und der Mensch wird sich darin seiner Selbst-bewusst. Ergebnis: Durch das Zusammenspiel von Geist (Genesis 1) und Körper (Genesis 2) ist ein Fortbestand (ewiges Leben) der Menschheit durch die erweckte Sexualität und Bewusstheit (Genesis 3) gesichert.

 

 

   Der Inhalt dieser drei Kapitel der Genesis wurde seit den frühen Niederschriften schon unzählige Male von wahrscheinlich hunderten von berufenen und qualifizierten "Wissenschaftlern" auf alle mögliche Art und Weise untersucht und beschrieben, aber selten wurde den Widersprüchen in den Kapiteln und Versen nachgegangen und noch seltener wurde versucht die vielschichtigen Hintergründe der verwendeten Bildersprache zu interpretieren. Auf dieser Website wird diesen sehr wichtigen und hintergründigen Ansätzen nachgegangen. Das Resultat ist eine völlig neue und unerwartete Interpretation der Genesis. Daraus werden zunächst folgende Thesen abgeleitet die anscheinend vorher nirgendwo anders aufgestellt wurden.


   Die 4 Grundthesen zu den ersten 3 Kapiteln der Genesis lauten:
              1. These: Sie sind frei von Religion.
              2. These: Sie bilden eine Einheit.
              3. These: Mittelpunkt der Schilderungen ist nur der Mensch.
              4. These: Der Hintergrund speist sich aus einer universalen    

                           bipolaren Spannung die auch Seinsgrund unserer   

                           Existenz ist.

         Der Inhalt dieser Thesen wird oben in der fixen Kopfleiste

                       unter den einzeln aufgeführten THEMEN

                                      genauer abgehandelt.

   Der Autor dieser Website*4 hat vor über zwanzig Jahren begonnen nach Erklärungen für die unglaublich vielen und eklatanten Wider-sprüche zu suchen, die sich in den Texten der drei ersten Genesiskapitel finden lassen. Da er keine Hilfe fand, fing er selbst an Fragen zu stellen und tiefer in die Materie einzudringen. Heute würde er sagen, es war von Vorteil, dass er als theologischer Laie unbelastet an die Sache herangehen konnte. Nach seiner Überzeugung werden die gewonnenen Ergebnisse nicht als esoterische Schwurbeleien abgetan werden können.
   Wahrscheinlich sind dem Besucher einige der zunächst folgenden Aussagen bekannt, dennoch sollen ein paar Dinge noch einmal fest-gehalten werden. Unsere Bibeln sind Bücher mit vielen Facetten die

seit fast zweitausend Jahren mindestens zwei verschiedene religiöse Hintergründe haben; den ursprünglich jüdischen, aus dem der christliche hervorgegangen ist. Die jüdische Bibel steht der christlichen Bibel voran, die dort Altes Testament genannt wird. Die dreiteilige jüdische Bibel heiß Tanach, deren erster Teil Tora oder die Fünf Bücher Mose genannt wird. Davon hat das erste Buch in christlichen Bibeln den griechischen Titel Genesis bekommen. Zwischen den Titeln Tora*5 und Genesis*5 ist ein deutlicher Sinnunterschied erkennbar. Eine Lehre ist etwas völlig anderes als ein Ursprung. Verfestigt wird die inhaltliche Abweichung durch die aus jüngster Zeit stammenden und total fehl-leitenden Kapitelüberschriften der heutigen Bibel:
         Genesis 1: "Die Erschaffung der Welt"
         Genesis 2: "Das Paradies"
         Genesis 3: "Der Fall des Menschen"
   Diese neueren Überschriften geben absolut nicht den verborgenen Inhalt wieder und werden in dieser Interpretation hoffentlich überzeugend ad absurdum geführt. Der erste Widerspruch lautet:

In Kapitel 1 wird kein vorstellbares "Universum" erschaffen, damit findet auch keine “Erschaffung der Welt" statt. Was im Zusammenhang der drei Kapitel der Genesis geschildert wird, ist ein "Weltbild" ausschließlich über den Menschen, verborgen in Metaphern

(gr. Übertragung) die zu interpretieren sind.

   Fast durchgängig werden die ersten drei Kapitel als zu unterschied-lichen Zeiten verfasste und damit separate Teile betrachtet. Die zeitliche Teilung darf als gesichert angenommen werden*6. Unberücksichtigt bleibt dabei fast immer, ob sich eventuell eine vom Inhalt her verbindend-durchgängige Logik zwischen den drei Kapiteln erkennen liesse, auch wenn die Form ihrer Ausführungen wechselt: Zwischen einer Art Sachabhandlung, Gen. 1, einer scheinbaren Mythenerzählung, Gen. 2 und einem Dialogkomplex in Gen. 3. Im Folgenden werden Sie viele gute Gründe finden genau das Verbindende in den Kapiteln zu erkennen. Was diese Website nicht leisten kann, ist alle Erkenntnisse, die der Verfasser in mehr als zwanzig Jahren erarbeitet hat in ganzer Länge zufriedenstellend zu erörtern. Auf der Unterseite ANHÄNGE wird daherauf ein 135-seitiges Manuskript verwiesen, das alle diese Erkenntnisse umfangreich aufschlüsselt und vertieft.

   Zurück zum Titel. Im ersten Kapitel wird kein einziger Name genannt. Kapitel 2: Adam, übersetzt als Name heisst schlicht Mensch, und kann daher nach seiner Bedeutung sowohl den männlichen als auch den weiblichen Menschen meinen. Gleichzeitig steht er symbolisch für den körperlosen Geist – oder unser substanzloses geistiges Innenleben, das wiederum beiden Geschlechtern zugeordnet werden muss. In Kapitel 3: Adam nannte hier seine Frau Eva, der als Name übersetzt Leben bedeutet. Zum realen menschlichen Leben gehört ein materieller Körper. So muss, wann immer von einer Frau die Rede ist, gleichzeitig der mögliche Bezug zu einem im Außen sichtbaren Körper oder an "Mater" oder Materie gedacht werden.*7 Das Thema wird in der Interpretation von Genesis 3 vertieft. Zuvor in Genesis 2, Vers 22, hatte es geheißen: „Gott, ... baute aus der Rippe, .... , eine Frau und führte sie dem Menschen zu.“ Gott baute und in Vers 23: beginnt der Mensch (ab Vers 25 = Adam) zu sprechen!

   In diesem Wechselspiel oder der Duplizität der Erscheinungen – wir nennen es auch die zwei Seiten einer Medaille – wird später unzweifelhaft klar, dass das, was für den lebendigen Mann gilt, gilt gleichermaßen für die lebendige Frau. So ist dieses Wechselspiel (Ambivalenz) der Rote Faden der von Beginn an alle drei Kapitel der Genesis durchzieht.

Diese häufige Dualität der Erscheinungen, die positive & negative Spannungen enthalten, die das menschliche Leben ausmachen, wird in der Genesis abgehandelt. Wiederum kann das Wachsen des Selbst & Bewusst & Seins fast nur durch eine andauernde Spiegelung in einem Gegenüber oder den/dem Anderen stattfinden.

   Die Duplizität der Erscheinungen ist gleichsam in der Natur in fast allen physikalisch-chemischen Prozessen zu finden und wird in dieser Abhandlung eine gewichtige Rolle spielen. Daraus lässt sich hier eine letzte Fragestellung ableiten, ob zumindest das erste Kapitel der Genesis ursächlich dem Weltbild der antiken griechischen Philosophie entstammt?

            Alles wirkliche Leben ist Begegnung.*10 Martin Buber




 

 

 

 

 

Den Widersprüchen nachzugehen und daraus sinnvolle Erklärungen abzuleiten war der Schlüssel um diese Interpretation zu bewerkstelligen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*1 Laut WiBiLex:

www. Bibelwissenschaft.de/wibilex/

von ca. 500 vor bis ø 400 nach Chr.

                                      

                                  WIDERSPRÜCHE

                                      in der Genesis

 

   Die vielen Widersprüche in der Genesis, einige wurden schon zuvor angedeutet, lassen sich durch einfache Überlegungen auflösen. Als Hilfe dient eine Wirklichkeit wie wir sie sich in der Natur erkennen und die wir heute Wissenschaft nennen. Dann reicht beispielsweise die Aussage nicht mehr, es würde sich bei der Genesis lediglich um verschiedene Abhandlungen aus unterschiedlichen Zeitepochen handeln, wenn Gott im ersten Kapitel der Genesis den Menschen als sein Abbild fast ganz am Ende durch Sprache entstehen lässt – als Mann und Frau schuf er sie – um im zweiten Kapitel den Menschen noch einmal zu formen und zwar gleich zu Beginn? Warum sollte Gott den Menschen zweimal erschaffen? Zudem tritt im 1. Kapitel eine Reihen-folge von Schöpfungsvorgängen an "Tagen" in Kraft, die sich im

2. Kapitel fast spiegelgleich ohne "Tage" umkehrt. Dem könnte doch

die Vermutung eines ganz rationalen Ablaufs zugrunde liegen. Wenn beispielsweise ein Haus gebaut werden soll, beginnt dies mit einem Leistungsverzeichnis wie und was dieses Haus können soll. In der Folge wird dann ein kreativer Vorgang des abstrakten Planens zur Erfüllung des Zwecks und der Beschaffenheit des Hauses stehen, bevor die materielle Ausführung beginnt. Der zeitliche Widerspruch in der Entstehung der Genesiskapitel, jünger vor älter, die ja sehr viele Generationen bis zur Fixierung*1 umfasste, folgt dann dem gleichen Schema des Ablaufs, erst Planung, dann Hausbau. Die gewählte Reihenfolge zwischen Kapitel eins vor zwei wäre mit dieser Über-legung nachvollziehbar. Zuerst "plant" Gott das Wesen (Genesis 1),

das ein eigenständig agierender Menschen werden soll, erst danach hat er ihn materiell-real geformt (Genesis 2).
    Ein weiterer Widerspruch findet sich in den sogenannten "Tagen" selbst. Ein Tag wurde wohl seit Urzeiten durch den 24-Stunden Umlauf der Sonne mit zwei Erscheinungen: Tag und Nacht definiert. Damit kann dieser biblische Tag widerspruchsfrei nicht gemeint sein, denn alle Gestirne einschließlich der Sonne werden ja erst am “Vierten Tag“ erschaffen. Einen Ersten bis Dritten Tag dürfte es danach auch gar nicht geben. Und warum hat der Siebte Tag keinen Abend und keinen Morgen? Die Auflösungen werden Sie unter Genesis 1 finden.
Auch in Genesis 2 gibt es Widersprüche zumindest Fragen. In Vers 16 - 17, dort heisst es: „Dann gebot Gott, … vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; …“. Dieses Gebot von Gott erfolgt zu einem Zeitpunkt, als eine “Frau“ noch gar nicht existierte. Sie erscheint erst in Vers 22. Wann und von wem hat dann diese Frau von dem Gebot erfahren, um in Genesis 3 mit einer schlauen Schlange darüber zu diskutieren? Weitere Widersprüche und Unklarheiten werden direkt in den Textinterpretationen abgehandelt.



 

 

 

 

Wenn Sie zum weiteren Inhalt möchten, können Sie diesen Abschnitt bis

zum

 

*

überspringen.

 

 

*1 Beide Bücher sind nur noch antiquarisch zu beziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GENESIS 1 – 3

Kurzform

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*2 im Englischen lässt sich aus dem 20. Vers: "Adam nannte seine Frau Eva, ..." ein schönes Wortspiel ableiten: Ohne Eva, seinen Körper, so erkennt Adam, wäre er ein Nobody.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*3 Siehe Wikipedia unter:

    En Soph / Ain Soph

 

 

 

 

 

 

 

 

                                    DER HINTERGRUND

                                    Ursache – Wirkung

 

   "Ursache" für diese Website ist Carla Randel (1934 – 2009), eine Hamburger Malerin und Autorin, die zwei Bücher über die Karten

des Ancien Tarot de Marseille geschrieben hat.

    Farbe, Tarot und Kabbala. Die mythologische Entschlüsselung der beiden Paradiesbäume durch das Marseiller Tarot. Hugendubel, Reihe Kailash, München 1994. ISBN 3-88034-703-4. 254 teils farbige Seiten. Gesamt ca. 106 Abbildungen.

Ein Buch das in den Abbildungen vorwiegend Querverbindungen zu anderen Kulturen aufzeigt.*1

   Der Mensch als Abbild und Gleichnis Gottes. Die Deutung der
Genesis durch das Marseiller Tarot. Cornelia Goethe Akademieverlag, Frankfurt/Main, 2002. ISBN 3-8267-5160-4. 797 Seiten, 102 schwarz-weiss Abbildungen und ein 12-seitiges Booklet mit 11 Farbtafeln. 

Der Inhalt dieses Buches gibt eine christliche Interpretation der Genesis im Spiegel der Tarotkarten wider die im 18. Jahrhundert entstanden.*1

   Der Autor, ein konfessionsloser, theologischer Laie, lernte Carla Randel 1991 kennen. Bis etwa um die Jahrtausendwende hielt er die Arbeiten von Carla für Esoterik. Erst langsam begann er ihre Theorie um die Zusammenhänge zwischen den historischen Tarotkarten und der Genesis ernsthaft zu hinterfragen. Hatte Carla einen Weg gefunden neue Inhalte in der Genesis sichtbar zu machen oder gab es andere Interpretationen die einen abweichenden aber glaubhaften Weg und Resultate aufzeigen würden? Weit ist er ohne und mit Internet nicht gekommen, war aber immer wieder bemüht überzeugend-klare Erklärungen zu finden. Erst lange nach Carla’s Tod wurde er annähernd fündig in dem Bändchen: Das Alte Testament Deutsch, Das erste Buch MoseÜbersetzt und erklärt von Gerhard von Rad (Göttingen 1958). Das, was von Rad auf Seite 79 den „Siegeszug des religionsgeschichtlichen Forschungszweiges“ nennt, verfehlt von Rad in seinen wenigen Erklärungen – und wie so viele andere Theoretiker genauso. Religionsgeschichtlich scheint der verkehrte Ansatz zu sein,

um zu einer inhaltlichen Deutung zu gelangen. Die eklatant vielen Widersprüche in den Versen werden durch diesen Ansatz kaum  berührt. Was die Bibel selbst in ihren Fußnoten versucht zu erklären ist und bleibt stellenweise phantasievolles Geschwurbel. Carla Randel deutet die drei Kapitel dagegen auf eine überzeugende Art und Weise und sie werden von ihr als ein kontinuierliches Werk vorgestellt. Diesem Ansatz folgt diese Website und geht noch weit darüber hinaus.

                                                                        

                 *
   In Genesis 1 schildern bildhafte Erklärungen oder Analogien das Wirken der Seele (Psyche) des Menschen unter den Bedingungen eines bipolaren Universums oder in zwei Erscheinungsformen: ... Als Mann und Frau schuf er sie (Vers 27).
   In Genesis 2, im Garten Eden, werden in den Versen 21 bis 25 beide leibgewordenen Menschen aufgefordert, die im tiefen Schlaf (Vers 21) in ihren Körper, Sinnbild/Frau (Vers 22) eingeschriebenen vier Stufen einer psychischen KonditionierungIntuition – Gefühle – Verstand – Transzendenz, nach der Geburt (Vers 23 ... der Mensch sprach) in ihr weltliches Leben durch Reflexionen mit und durch andere Menschen in ihr Bewusstsein anzuheben.
   In Genesis 3 wird ein wesentlicher Moment der geistigen und körperlichen Bewusstwerdung durch einen im Körper stattfindenden Prozess – die Pubertät eingeleitet.*2

   Dieser von Carla Randel zum Teil schon beschriebene entwicklungs-geschichtliche Prozess des Menschen hat seine "Wirkung" auf den Autor der Website hoffentlich nicht verfehlt. Seine eigene Arbeit bestand im Wesentlichen darin, die Inhalte von dem zu befreien, was Carla Randel aus der religiös-christlichen Interpretation der Karten

des ursprünglichen Tarot herausgearbeitet hatte. Mit anderen Worten, die vorhandene religiöse Intention der Karten des Tarot war zumindest in eine neutrale Übersetzung zu bringen, damit die religionsfreie Bedeutung hinter den Analogien oder hinter der poetischen jüdischen Bildsprache der Tora/Genesis zum Vorschein kommen konnte.

   Wie schon eingangs erwähnt durchzieht die Genesis, gleichsam einem der Natur abgelauschten physikalisch-chemischen Prozess die Wirkweise der Ambivalenz oder der Dualität. Ein Astrophysiker würde an dieser Stelle von Materie und Antimaterie sprechen. Eine Frage die hier offen bleiben wird, stellt sich nach einem im Urknall anwesenden oder dessen schöpfender Gott? Kann er vom Standpunkt eines gläubigen Menschen der Schöpfer dieser Dualität sein oder hat er den Gesetzmässigkeiten des Urknalls Folge zu leisten?*3

   Diesen eher philosophischen Fragen konnte man bei der Endfassung der Tora natürlich schon nachgegangen sein. Im Gegensatz dazu stellt sich zeitgleich (?) beim griechischen Gott Zeus die rhetorische Frage,

ob er überhaupt logisch oder nur emotional je nach Lust und Laune handelte. Im Judentum, dem eine Genauigkeit der Argumentation bis zum i-Tüpfelchen nachgesagt wird, ist es schwer vorstellbar einem singulären Gott zu huldigen, der willkürlich und nicht voller Logik handelt.

   Im Resümee wird das Thema Ursache – Wirkung unter anderem der Fragestellung unterzogen, wie groß sind die Anteile der griechischen Philosophie auf die ursprünglich jüdische Tora.



 

Notiz

  

   Detaillierte Informationen auf der website:

www.genesis-am-anfang.de