*1 Wenn ein grauer Faden sich nicht mehr von einem blauen unterscheiden lässt.

 

GENESIS 1

 

Eine Abhandlung über die menschliche Psyche

  

   Bevor jeder einzelne Vers zur Interpretation ansteht, sollen diverse grundsätzliche Fragen durchleuchtet werden, denn schon in Genesis 1 wirken sehr vernetzte Überlegungen. Besonders ist zu bedenken, dass auch wenn es ein Gott ist, der zu uns spricht, bestimmte "Bilder" in unseren Köpfen hervorgerufen werden, denn Er sah, dass es gut war. Mit den Worten Gottes in der Verwendung dieser "Bilder-Sprache" werden noch keine materiell realen Objekte erschaffen, sondern nur mit Zuhilfenahme der Phantasie vorstell- und unsichtbare Objekte.


   Die wichtigste Überlegung ist die, dass Sie davon ausgehen können, dass in Genesis 1 eine Abhandlung über die zunächst unsichtbaren Bereiche unserer Psyche (Seele) verborgen ist und keine “Erschaffung der Welt“ vorgenommen wird. Um den verborgenen Inhalten auf die Spur zu kommen muss zuerst auf die Bedeutung oder die Funktion eines sogenannten Tages eingegangen werden. Dazu ist es gut zu wissen, dass der reale jüdische Tag am Abend beginnt*1. Warum heisst es nun jeweils am Ende des Textes aller sechs Tage „Es wurde Abend, und es wurde Morgen: …“? Daraus ergibt sich nur ein halber Tag. Ist  damit nur die Zeitspanne in der Nacht wirkmächtig – oder warum fehlt damit die lichte Tageszeit? Spielt das Auftreten einer Dualität eine Rolle, deren Wirkmacht im gemeinsamen Erkennen von „Hell und Dunkel“ liegt? Im Sinne von: Wo Licht ist ist auch Schatten? Oder kann vielleicht der nächtliche Teil eines Tages als ein Sinnbild für etwas durch Dunkelheit Verdecktes angesehen werden, dessen helle Seite sich der Mensch, seiner selbst bewusst geworden, also aktiv in das Offen-Sichtbare gebracht werden muss? Die Betonung liegt ganz besonders auf bewusst. Die und andere Fragen werden sich wieder stellen, nachdem in Genesis 2 ... Gott, den Menschen in einen tiefen Schlaf fallen lässt (Vers 21).


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der "Planetarische Himmel" wird weiter unten erklärt.


 

 

 

 

*2 Siehe Anhänge: Empedokles.

Griechischer Philosoph, ø 495 - 435 v.Chr.

 

 

 

 

 

 


 

Bibel, Altes Testament
Genesis 1, Vers 1-5

 
  1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
  2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
   3 Gott sprach: Es werde Licht.
Und es wurde Licht.
   4 Gott sah, daß das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis,
   5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag.

*1 Der Blitz als ein Symbol der Herrschaft eines Gottes findet sich in vielen Kulturen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein symbolischer Blitz aus dem Himmel dringt in unseren Körper ein und manifestiert dort in unseren Organen den sogennannten "Planetarischen Himmel" –

"wie oben so unten".

 

 

 

 

 


 

Bibel, Altes Testament
Genesis 1, Vers 6 - 8

 

 


  6 Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser.

   7 Gott machte also das Gewölbe
und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes.

So geschah es.

  8 und Gott nannte das Gewölbe
Himmel. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag.

 

 

 

 

 


 

 

     Bibel, Altes Testament
       Genesis 1, Vers 9 -13

9 Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das
Trockene sichtbar werde.
So geschah es.
  10 Das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Gott sah, daß es gut war.
   11 Dann sprach Gott: Das Land
lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihren Samen darin.
So geschah es.
  12 Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihren Samen darin. Gott sah, daß es gut war.
  13 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag.

 


 

      Bibel, Altes Testament
       Genesis 1, Vers 14 - 19



  14 Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen;
  15 sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein, die über die Erde hin leuchten.

So geschah es.
  16 Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die Sterne.
  17 Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde hin leuchten,
  18 über Tag und Nacht herrschen und das Licht von

der Finsternis scheiden. Gott sah, daß es gut war.
  19 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag.

 

 

 

 

 

 

 


 

     Bibel, Altes Testament
      Genesis 1, Vers 20 - 23

   20 Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen, und Vögel sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahin fliegen.
   21 Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln.

Gott sah, daß es gut war.
  22 Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar, und vermehret euch, und bevölkert das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich auf dem Land vermehren.
  23 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: fünfter Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

       Bibel, Altes Testament
       Genesis 1, Vers 24 - 31


   24 Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So geschah es.
  25 Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, daß es gut war.
   26 Dann sprach Gott: Laßt uns
Menschen machen, als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriech-
tiere auf dem Land.
 27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: seid fruchtbar und vermehret euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des
Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.
   29 Dann sprach Gott: Hiermit
übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
   30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Seelenatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.
 31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.
   Es wurde Abend, und es wurde
Morgen: der sechste Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   In den rechten Ovalen werden die verschiedenen Inhalte der Tage genannt, die wiederum einer bestimmten psychischen "Ebene" oder Sphäre zuzuordnen sind. Es gibt vier Ebenen, die den vier "antiken" Elementen*2 entsprechen. Dies sind in der Reihung des Zustandes ihrer Dichte von Fest zu Transparent: ERDE - WASSER - FEUER - LUFT.

   Das feste Element ERDE entspricht der unbewussten INTUITION.
Die GEFÜHLE finden ihre Entsprechung im fliessenden WASSER.
Das FEUER steht als Symbol für den analytischen VERSTAND.
Mit der LUFT wird die Sphäre einer transzendenten SPIRITUALITÄT umschrieben.


   Spannend wird es jetzt durch den Umstand, wie sich vier Elemente in sechs Tagen wiederfinden lassen sollen. Liest man den Text der Verse sehr genau, sind in den Beschreibungen Brüche oder Zusammenhänge zwischen dem 1. Tag zum 2./3. Tag, dann nach

dem 4./5. Tag und zum 6. Tag auszumachen. Damit entspricht eine Gliederung von sechs Tagen den vier Ebenen der zuvor genannten psychischen Konditionierung.

   Genaueres über die 4 Elemente in 6 Tagen wird weiter unten in der Textanalyse der einzelnen oder doppelt angelegten Tage aufgezeigt.
   Im Alten Testament der Bibel lauten die ersten Worte: „Im Anfang
schuf ...“. Ab Vers 3 ist sich dagegen klar zu machen, dass wir diesem Gott beim Sprechen zuhören. Warum und was spricht dieser Gott? Wenn ein realer Mensch spricht, erschafft er natürlich keine Materie aber es führt zu entsprechenden Bildern beim Empfänger. Im Vorgriff auf Genesis 2 wird daraus ein deutlicher Unterschied, weil dort Gott aus der Erde vom Ackerboden [Materie] formt, beispielsweise wieder im Vers 19 die Tiere – jetzt aber erst nachdem er den Menschen erschaffen hat. So sollte anzunehmen sein, dass diese durch Sprache geschaffenen "Tiere" in Genesis 1 nur bestimmte Vorstellungen verkörpern, deren Symbolhaftigkeit hinterfragt werden muss. Alles was Gott hier schafft soll dem Menschen mit einem Nutzen dienen. Dieser Nutzen eines jeden Tages wird im Folgenden als eine besondere Kraft, gleichsam als ein POTENTIAL bezeichnet.


 

INTERPRETATION  1. TAG

 

< 1:   Himmel ist eine transparente Sphäre die im Gegensatz zur festen
Materie der Erde steht. Die Erde ist ebenso unsere Lebensgrundlage und unsere Basis auf der wir stehen. Dazwischen herrscht Spannung.
< 2:  Mit dieser Erde, wüst und wirr, ist ein noch von allen Einflüssen (Urflut) befreiter Mensch gemeint über dem der Geist Gottes latent wirkt > schwebte.


< 3 & 4:   Da die Sonne und die Gestirne erst am 4. Tag erschaffen werden muss dieses Licht aus einer anderen Quelle stammen.

Es sprechen viele Gründe dafür hier den Blitz*1 zu erkennen, der die Finsternis kurzzeitig durchdringt – und dann sehr kurze, oft negativ erscheinende, graustufige Nachbilder hinterlässt.
< 5:   Eine Trennung von Licht und Finsternis wird genannt. Die Zeit für die lichte Tageshälfte ist noch nicht gekommen. Dies wird in der folgenden Abbildung durch die senkrechte Trennlinie markiert.

 

 

Schematische Darstellung des ersten Tages

  

   Gott hat bisher in den ersten 5 Versen nicht gesprochen, weil der erste Tag fest im Körper verankert ist und keiner Bilder bedarf. Unser Begriff für diese stabile Verankerung ist die INTUITION, die aber auch ein Potential der Psyche mit einschließt die als die Weisheit des Körpers bezeichnet wird.


 

INTERPRETATION  2. TAG

 

   Gott spricht hier über den Menschen beiderlei Geschlechts mit einem
bildbasierten Vergleich. Steht ein realer Mensch vor uns können wir mindestens zwei Gewölbe imaginieren: da ist oben die gewölbte Schädeldecke, unterhalb des Kopfes die gewölbte Schulterpartie. Unsichtbar bliebe ein drittes Gewölbe, das Zwerchfell.

   Da am 2. Tag von zwei Wassern, also der Metapher für GEFÜHLE gesprochen wird, müssen wir diese unterscheiden.
< 6 & 7:  Gefühle erreichen uns auf mehreren Ebenen. Da sind die Außen & Inneren in beide Richtungen wirkenden Bauchgefühle – aber Gefühle wirken auch unter dem oberen Gewölbe unserer Schädeldecke im Gehirn.
< 8:  Es wird im Vers nicht spezifiziert welches Gewölbe Gott Himmel nennt. Hier muss sich gegenwärtigt werden, dass in der antiken Vorstellung ein gespiegelter Himmel in den Körperorganen verortet wurde. Siehe vorherige Abbildungen "Planetarischer Himmel".

Die Zuordnungen des Planetarischen Himmels zu den farbgeprägten Organen sind:
    Jupiter > Herz  /  Mars > Lunge  /  Sonne > Solarplexus 

   Venus > Nieren  /  Merkur > Leber, Galle, Milz 

   Saturn > Geschlecht, Ausscheidungsorgane.

 

   Das Thema Wasser schwappt noch eindeutig in den 3. Tag hinüber.


 

INTERPRETATION  3. TAG

 

   Durch den Vers 9 und folgende wird eindeutig klar, dass das Thema Wasser/Gefühle vom 2. Tag noch nicht abgeschlossen war.



 

< 9 & 10:  Die zuvor erwähnte Carla Randel hat überzeugend inter-pretiert, dass mit dem Trockenen-Land ein stark überzogenes Gefühl

der Eigenliebe gemeint ist. Der Hang zum Narzissmus, oder ein überbordendes Ego.

   Im angesammelten Wasser, dem symbolischen Meer lässt sich eine Erweiterung bis zu den Gefühlen der Liebe erkennen.


 

< 10 bis 12:   Das Land, hier die hilfreiche Eigenliebe, bekommt einen
 Zuwachs durch das junge Grün (die einzig genannte Farbe in der Genesis) und alle Arten von Pflanzen ... Samen ... Bäumen ... Früchten und ... noch mehr Samen.

 Die Häufung und Wiederholungen der verschiedenen floralen Objekte verweisen auf die genauso vielen Arten und Wege in der sich Liebe als ein Gefühl ausdrücken kann.

Von der Eigenliebe über die personenbezogene Paar-Liebe zur allgemeinen Menschenliebe und nicht zuletzt zur Gottesliebe.
 
 

 

 

 


      Der 2. und 3. Tag als Metaphern für menschliche "Gefühlswelten"

                           haben jetzt ihren Abschluss gefunden.


 

INTERPRETATION  4. TAG

 

 

   Am vierten Tag erscheinen verschiedene neue Lichter am Himmel und sie werden ausdrücklich benannt. Zu ihren Eigenschaften gehört, dass sie nicht permanent am Himmel zu sehen sind. Das heißt, ihnen ist ein bestimmter Rhythmus zu eigen der Unterscheidbarkeiten (Nacht-Tag) verursacht. In diesem Rhythmus wird eine analytische Fähigkeit oder ein weiteres Potential für unsere Psyche gesehen.

< 14 bis 19:  Viel genauer als bisher werden die verschiedenen Lichter, ihre Ausprägungen und Eigenschaften beschrieben. Als Zeichen und in der Bestimmung von Festzeiten, Tagen und Jahren liegt ihre Eigenschaft oder die analytische Bedeutung. Mit überzeugender Sicherheit sind unsere Fähigkeiten den VERSTAND zu nutzen in den Versen gemeint und finden in diesen Lichtern ihren Ausdruck.
   In den Versen 15 bis 18 erhalten diese verstandesmäßigen Fähig-keiten oder Potentiale bestimmte Zuordnungen. Dabei ist sich bewusst zu machen, dass aus dem wiederholt genannten Begriff

ERDE insgesamt drei Bedeutungen herauszulesen sind. Da ist zum einen das Potential der Erde als INTUITION (1.Tag) zum anderen die ERDE als Begriff für Materie und nicht zuletzt die ERDE als unser Lebensraum der sich auch als Sphäre bezeichnen lässt.
   Letztendlich kann aus den Versen 17 & 18 die Bedeutung herausgelesen werden, dass mit den Begriffen leuchten & herrschen

die Überwindung der senkrechten Trennlinie zwischen Tag- und Nachthälfte (Siehe Abb. Tag 1) – oder bewusst und unbewusstnach der Geburt vollzogen werden kann. Diesem Vollziehen wohnt wieder eine besondere Kraft inne, ein weiteres Potential eben der Verstand.

 

 

 

  Die Aspekte unseres Verstandes sind so weit gefächert, dass sie einen 

           weiteren Tag für ihre Beschreibung benötigen, den 5. Tag.

 


 

INTERPRETATION  5. TAG

 

< 20 bis 23:  Der 5. Tag ergänzt den 4. Tag durch die Reihung von Wasser, Land und Himmelsgewölbe, letzteres diesmal als Sinnbild für die Luft die uns umgibt, nicht als sogenanntes Element. Die wieder einmal auftretende Doppeldeutigkeit ist typisch für die Genesis. Hier ist es der Lebensraum in dem sich bestimmte Tiere auf ihre Art und zu ihrer bestimmten Tageszeit bewegen. Im Wasser gibt es daher die lebendigen Wesen, die ihre Augen für bestimmte Einsichten haben, mit denen sie die "verstandesmäßige“ Orientierung in ihrer Gefühlswelt finden die am Tag zuvor angelegt war. Vögel haben die Fähigkeit über das Land fliegen zu können und mit ihren Augen sowohl Einsichten unter sie, über das Land, als auch in den Himmel schauen zu können. Da es ebenso Tag- und Nachtvögel gibt, ist es ihnen weiter möglich, sowohl bei Tage als auch in der Nacht durch ihre Augen "Einsichten" zu gewinnen. Wir können darin auch Träume oder die hellen und dunklen Anteile der Psyche erkennen.

   Genau dieses Vermehren im jeweiligen Element, bei Tag und Nacht, beschreibt die Fähigkeit eines analytischen Verstandes. Durch seinen VERSTAND und den verschiedenen daraus resultierenden Einsichten erhält der Mensch beiderlei Geschlechts nach der Geburt den Zugang zu einem Bewusstsein, das in der Lage ist über die Herausforderungen seiner Lebenswelt Entscheidungen treffen zu können.

 

 

Am 5. Tag wurden die Einschreibungen der Potentiale

des Verstandes in die menschliche Psyche beendet.

 


 

INTERPRETATION  6. TAG

 

< 24 & 25:  Mit den Landtieren und deren Augen werden neue Sphären für Einsichten auf und über dem Erdboden und damit in unsere reale Lebenswelt erschaffen. In den fast gleichlautenden Versen, die sich durch das Sprechen und das Machen unterscheiden, genau wie in der Diversifizierung der Tiere wird die Nähe zu unserer Umwelt hervor-gehoben. Gott sah, daß es gut war.

< 26 bis 31:  Ein Gott macht jetzt Menschen. Wer oder was verbirgt sich aber hinter dem Plural uns? Hat Gott eine zweite Seite? ... als unser Abbild, uns ähnlich. Auf der Einleitungsseite wurde unter dem Titel Ursache – Wirkung bereits die Frage nach der Dualität die die ganze Genesis durchzieht gestellt. In diesem uns könnte sich das dort genannte En Soph verbergen. Es könnte aber auch sein, dass sich Gott hier mit und in diesem uns mit dem Prinzip der Dualität identifiziert – um den Menschen eben genau dieser Wirkweise auszusetzen. Andere Erklärungen werden schwierig. In Abbild & ähnlich findet sich der deutlichste Hinweis auf die in dieser Abhandlung vertretene Auffassung, dass es sich in Genesis 1 um keine gestalthafte, sondern um eine innere und zu Einsichten fähige Erschaffung des Menschen handelt, die wir heute als Psyche bezeichnen, früher als Seele. Diese fest verankerten psychischen Merkmale (Potentiale) versetzen uns in die Lage unser Leben zu begreifen und zu bestimmen. In Vers 26 heißt es daher, in Folge des 5. Tages: herrschen über die Fische (Gefühle), über die Tag- und Nacht-Vögel des Himmels (Verstand) und über unser allgemeines Befinden in unserem ganzen Lebensraum und darüber hinaus (Vieh & Kriechtiere = Spiritualität). Die Intuition geschieht ohne eine Einsichtbarkeit. Diese wiederkehrend genannte Zweiheit in der Einheit Gottes und dem Menschen, schließlich „Als Mann und Frau schuf er sie“ beschreibt hier ausdrücklich keine trennende Polarität.

   In Vers 28 wird der Vorgang aus Vers 26 durch den Segen Gottes noch einmal ausdrücklich hervorgehoben. Damit wird klar, erst wenn der Mensch seine männlichen UND seine weiblichen Anteile in seinem Selbst erweckt und vereint hat, ist aus jüdischer und christlicher Sicht ein "wahrer" Mensch entstanden. Im unterwerfen und herrschen über die Erde wird in Genesis 2 und 3 weiter eingegangen, denn hier wird eine Metapher benutzt, die in ihrer Übersetzung bedeutet, dass der aufgekärte Geist (vermehren) über materielle Ansprüche (bevölkert die Erde) gestellt werden soll! Es ist keinesfalls eine Aufforderung zum Raubbau an der Erde!
    In Vers 29 & 30 wird noch einmal das Thema des 3. Tages wiederholt und besonders hervorgehoben. Alle Pflanzen der ganzen Erde & Samen, Bäume & Früchte sollen der ... Nahrung dienen. Hier wie dort handelt es sich nicht nur um die Einsichtsfähigkeit in alle Arten der Liebe. Was für ein wunderbares Bild; alle Sinne zu der die Seele (Psyche) jetzt fähig ist und zugreifen kann, sind sich als Nahrung zuzuführen und damit (später) im Leib (Genesis 2 & 3) zu verankern (einverleiben).
    Vers 31, der die Vorstellung über die Wirkweise der Psyche betont schließt mit den Worten: Es war sehr gut.

 


Jetzt müsste doch eigentlich der 7. Tag folgen, er tut es aber nicht,

weil er zu recht Genesis 2 zugeordnet wird. Siehe dort.